Springer-Laeufer-Matt

Endspiel König-Läufer-Springer gegen König

1. Möglichkeit: das Dreieck-Verfahren
[Mattführung mit König, Läufer und Springer gegen den König mit Hilfe des Dreiecks-Verfahrens, Quelle: Andre Cheron – Lehr- und Handbuch der Endspiele – 1964, Band 2, S.10-13]

König, Läufer und Springer gewinnen immer gegen den König. Dieses Matt gilt gewöhnlich als schwer ausführbar. Diese Meinung hat aber keine Daseinsberechtigung mehr, seit Deletang sein grundsätzliches Gewinnverfahren mittels der Dreiecke veröffentlicht hat (Deletang „La Strategie“, Februar 1923). Um es auch leichte Art zu erreichen, mit Läufer und Springer mattsetzen -und man wird bald sehen, dass diese Mattführung kaum schwieriger ist als alle anderen- muss man sich zuerst über das Ziel und die Mittel klar werden.

Das Ziel

Das Ziel ist, den König in eine Ecke zu treiben, die die selbe Farbe hat als das Feld, auf dem der gegnerische Läufer steht, d.h. die weiße Ecke a1 oder h8, wenn der Läufer auf einem weißen Feld steht bzw. a8 oder h1, wenn der Läufer auf einem schwarzen Feld steht.

Die Mittel

In den Mitteln beruht die einzige Schwierigkeit dieses Endspiels. Man muss lernen, den alleinigen König mit Hilfe von König, Springer und Läufer in einem Raum einzuschließen, aus dem er nicht heraus kann, und das sein Gefängnis wird. Darauf verengt man nach und nach das Gefängnis des Königs, um ihn schließlich in die passende Ecke zu treiben und ihn dort matt zu setzen.
In dem Verfahren von Deletang nimmt das Gefängnis die Form eines rechtwinkligen Dreiecks an, das, wenn der Läufer auf einem weißen Felde steht als Scheitelpunkt (dort wo sich der rechte Winkel des Dreiecks befindet) eine weiße Ecke hat (im nachfolgenden Beispiel h1) und als Hypotenuse (die lange Seite des Dreiecks) eine weiße Diagonale hat (im nachfolgenden Beispiel01: h7-b1 oder h5-d1 oder h3-f3) hat.
In dieser Stellung handelt es sich darum, den schwarzen König in die Ecke h1 zu treiben.

2. Möglichkeit: „W“-Manöver
Im ersten Schritt muß der schwarze König in die „richtige“ Ecke getrieben werden: die Ecke, die der Läufer beherrscht, also hier a8 (oder h1). Der Springer beherrscht die „falsche Ecke“ h8, somit wird der König herausgetrieben. Wurde der König herausgetrieben, muss der Springer als nächstes das Feld f8 dann d8 usw. beherrschen, um den König zur Ecke a8 zu treiben, wo ihn der Läufer mattsetzen kann. Das folgende Verfahren wird „W-Manöver“ genannt, da der Springer wie ein „W“ zieht, also von f7-e5-d7-c5-b7. Jeder andere Springerzug ist falsch !

 

Die entsprechenden Daten aller oben genannten Partien können hier downgeloadet werden:
PDF-Datei für das Dreieck-Verfahren
PDF-Datei für das „W“-Manöver
CBV-Datei (komprimierte CBH-Datei für Chessbase mit beiden Verfahren)

8 Kommentare zu Springer-Laeufer-Matt

  1. Börni sagt:

    Jeder sagt, dass ein Matt mit Springer und Läufer nur in der Ecke möglich ist. stimmt nicht!
    Auch am Rand ist ein matt Möglich !!!!!
    Wetten 1000,- Euro!!!
    Hab’s selbst erlebt und für unmöglich gehalten!

  2. Gert sagt:

    Hallo Börni,
    ich wette grundsätzlich nicht. Keiner hat gesagt, dass es am Schachbrett nicht Stellungen gibt, wo auch ein Matt am Rand möglich ist. In der Praxis wird dies jedoch kaum bis nie vorkommen, da ein Springer-Läufer-Endspiel schon sehr, sehr selten ist.

  3. Pingback: Springer-Läufer Endspiel sollte man können… « Schachclub Oberwinden 1957 e. V.

  4. schoenfranz sagt:

    Vielen Dank – für die großartig gestaltete Erklärung & natürlich für die Taktik-Datenbank – du machst damit vielen Schachfreunden Freude!

    Schau mal auf die Seite (falls noch nicht bekannt) – schwachspieler.de/EBuecher/ebuecher.htm – hier sind einige Schachbuch-Klassiker, übertragen ins pgn-Format, zum freien Download, z.B. von Meister Tarrasch ‚Das Schachspiel’…

    beste Grüße
    SF

    • Gert sagt:

      Hallo schoenfranz,
      vielen Dank für Deinen Kommentar hier. Dies freut mich natürlich und ich hoffe, meine kleine Seite noch etwas ausbauen zu können.

      Gruß Gert

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